Nach Angaben des spanischen Statistikamtes (INE) ist die Arbeitslosigkeit in Spanien im ersten Quartal 2024 um 117.000 Personen gestiegen, was einem Anstieg von 4% gegenüber dem Vorquartal entspricht. Damit steigt die Gesamtzahl der Arbeitslosen in Spanien auf 2.977.900 Personen und erreicht den höchsten Stand seit dem ersten Quartal 2023. Im gleichen Zeitraum wurden auch fast 140.000 Arbeitsplätze vernichtet.
Die Arbeitslosigkeit ist in mehreren Sektoren gestiegen, aber einige sind stärker betroffen als andere. Im Baugewerbe und im Tourismus, die häufig auf Saisonarbeitskräfte angewiesen sind, ist die Arbeitslosigkeit stark gestiegen. Auch im Einzelhandel und im verarbeitenden Gewerbe ist die Beschäftigung zurückgegangen.
Obwohl die Arbeitslosigkeit in ganz Spanien gestiegen ist, gibt es große regionale Unterschiede. Einige Regionen wie Andalusien und Extremadura haben traditionell höhere Arbeitslosenquoten, während Regionen wie Madrid und Katalonien niedrigere Arbeitslosenquoten aufweisen. Diese regionalen Unterschiede spiegeln die wirtschaftliche Vielfalt und die unterschiedlichen Stärken in den einzelnen Sektoren der einzelnen Gebiete wider.
Die steigende Arbeitslosigkeit hat weitreichende Folgen für die spanische Gesellschaft. Neben den wirtschaftlichen Auswirkungen, wie z.B. einem Rückgang der Kaufkraft und einer Zunahme der Armut, wirkt sich die Arbeitslosigkeit auch negativ auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit der betroffenen Personen und ihrer Familien aus.
Neben dem Anstieg der Arbeitslosigkeit haben die jüngsten Zahlen des INE auch einen Rückgang der Beschäftigung gezeigt. Im ersten Quartal 2024 gingen 139.700 Arbeitsplätze verloren, was einem Rückgang von fast 1 % gegenüber dem Vorquartal entspricht. Dies ist der niedrigste Stand der Beschäftigung seit dem ersten Quartal 2023.
Ein bemerkenswerter Aspekt des Beschäftigungsrückgangs ist die Konzentration bei den Zeitverträgen. Die Zahl der befristeten Verträge ging im ersten Quartal um 173.500 zurück, während die Zahl der unbefristeten Verträge sogar um 103.700 zunahm. Dies führte zu einem Rückgang des Anteils der befristeten Beschäftigung auf fast 16 %, dem niedrigsten Stand in der historischen Reihe.
Trotz des Rückgangs der Beschäftigung ging die Zahl der Erwerbstätigen (die Summe aus Erwerbstätigen und Arbeitslosen) im ersten Quartal nur leicht um 22 700 zurück (-0,09 %). Dies deutet darauf hin, dass die Erwerbstätigenquote in Spanien weiterhin relativ hoch ist, was sich zum Teil durch die Alterung der Bevölkerung und die zunehmende Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt erklären lässt.
Quelle: Agenturen



